Armwrestling-Europameisterschaft in Hanau

von Winfried Lind

 

Die Armwrestling-Europameisterschaft, die vom 24. bis 26. Juli in Hanau am Main ausgetragen wurde, avancierte zu einem Turnier der Superlativen. 539 Wettkämpfer aus 26 europäischen Ländern bedeuteten einen absoluten neuen Europarekord . Das Turnier selbst wurde bezüglich der Gesamtorganisation von vielen ausländischen Gästen als eines der besten überhaupt bezeichnet. Selbst Fred Roy, der Präsident des Weltverbandes, der mit einer Beobachterdelegation eigens aus Kanada angereist war, zeigte sich beeinruckt. Weitere außereuropäische Gäste kamen aus USA, Australien, Japan und Marokko. Großer Dank ist an dieser Stelle natürlich auch den vielen Helfern aus dem Ausland zu entrichten, allen voran Marian Capla aus der Slovakei, der mit seinem selbst entwickelten Computerprogramm die Listenführung an vier Wettkampftischen gleichzeitig bombensicher unter Kontolle hatte.

Zum Turnier selbst: Der Bühnenaufbau für den Wettkampf war Weltklasse - ein Verdienst, der in vollem Umfang Petra Spatz, der Vorsitzenden des Deutschen Armwrestling-Verbandes, zuzuschreiben ist. Sie hat hier ihre Erfahrungen aus vielen Turnieren analysiert und daraus so etwas wie das "non plus ultra" geschaffen. Selbst echte Profis auf diesem Gebiet liefen staunend um das auf drei Ebenen sternförmig errichtete Bühnengebilde mit vier Wettkampfebenen.

Und wie war's sportlich? Nun, es war war eines der härtesten Turniere, die je stattgefunden haben; da hingen die Trauben sehr hoch - und zwar für alle. Der ehemalige Ostblock ist einfach übermächtig geworden. Kaum eine westliche Nation konnte da eindringen. Um so höher ist es zu bewerten dass August Smisl aus Bremen im Schwergewicht sowohl mit links als auch mit rechts Bronze holte und Dirk Schenker aus Wolfsburg in der Gewichtsklasse bis 105 kg bei härtester Konkurrenz Platz vier und fünf belegte. Durch die Teampunkte, die diese Leistungen einbrachten, belegte die Deutsche Mannschaft bei den Männern in der Nationenwertung den elften Platz, und dies ist keinesfalls enttäuschend. Besonders August Smisl lehrte mit seiner Urgewalt viele das Fürchten, und der gebürtige Österreicher war schnell als "The German Giant" Gesprächsthema in der Halle. Das enorme Potential des ehemaligen Weltklasse-Strongman ist mit dieser herausragenden Leistung jedoch durchaus noch nicht ausgeschöpft. Hier darf man gespannt sein auf die Zukunft. Das Gleiche gilt für die Entwicklung von Dirk Schenker aus Wolfsburg. Er verfehlte die Medaille denkbar knapp und hat damit das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Auch bei anderen deutschen Athleten ist durchaus das Potential für ganz große Leistungen vorhanden. Allen voran sind hier die jungen, aufstrebenden Talente Robert Kornek aus Karlsruhe und Andre Riske aus Frankfurt/Oder zu nennen.

Ganz stark war das deutsche Team allerdings bei den Masters über 40 Jahre. Durch die Titelgewinne von Petra Spatz und Winfried Lind, sowie die zweiten Plätze von Georg Kölle und Sandro Szilagyi erreichte Deutschland in der Nationenwertung hier einen hervorragenden dritten Rang.

Die Medienresonanz war hervorragend. Drei Fernsehberichterstattungen, sieben oder acht mal im Hörfunk und neben tollen Berichten in allen regionalen Gazetten ein Riesen-Aufmacher in der Bild-Zeitung - dieses Turnier hat bezüglich der Popularisierung der Sportart Armwrestling einiges bewegt. Dies wird unter anderem auch dadurch dokumentiert, dass sich die Besucherzahlen auf der Internetseite der Armwrestler  (dort finden Sie Bilder und Ergebnislisten) seit der EM verdoppelt haben. Als nächstes Großereignis steht die Weltmeisterschaft auf dem Programm, die vom 1. bis 5. Dezember in Ontario/Kanada ausgetragen wird.

Winfried Lind

Winfried Lind ist selbst Wettkämpfer bei den Masters über 40 und war 10 Jahre lang Vorsitzender des deutschen Armwrestlingverbandes. Heute steht er der Oganisation als Pressesprecher, Webmaster usw. zur Seite.

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