Baraban Robert
In dem Fernsehfilm "Der Seewolf", gedreht nach einem Roman von
Jack London, zerquetschte der von Raimund Harmstorff dargestellte Titelheld
eine Kartoffel und ich erinnere mich noch recht gut daran, daß am Tag
nach der Erstausstrahlung viele mutmaßten, ob dies überhaupt
möglich sein. Es ist möglich. Derzeit (März 2001) vermögen
dies 3 Menschen.
Der erste, John Brookfield, ein professioneller Strongman, ist
bei ca. 120 kg 188 cm groß. Zu seinem Repertoire gehört ferner
das Verbiegen von Hufeisen und Nägeln sowie das Zerreißen von
ganzen Pokerspielsätzen.
Joe Kinney mit einem Körpergewicht von ca. 85 kg bei 1,73
m begann sein Training erst, als er 39 Jahre alt war. Eine Kartoffel zu
zerdrücken ist auch für ihn kein Problem. Er war zudem der Erste,
der den Gripper No. 4 von Iron Mind schließen und somit einen neuen
Weltrekord aufstellen konnte. Er ist bislang auch der Einzige, dem dies gelang.
Bislang?
Den Gripper No. 4 zu schließen ist auch das erklärte
Ziel des Österreichers Robert Baraban. Um in Form zu kommen, begann
Robert 1995 mit dem Training in einem Fitnesscenter. Nach zwei Monaten
Cardio-Training versuchte er es erstmalig mit der Langhantel. Beim
Bankdrücken bewältigte er auf Anhieb 90 kg. Ein halbes Jahr
später waren es schon 120 kg. Trotz fehlender Trainingspartner schaffte
er es, bei einem Körpergewicht von 81 kg 155 kg auf der Bank zu
drücken.
Während er mit großem Eifer und größtem
Einsatz sein Bankdrücktraining verfolgte, fand in der Nähe eine
Kraftsportdemonstration von Manfred Hoeberl statt. Hoeberl zeigte seine
Künste im Zerdrücken von Bierdosen und demonstrierte seine Griffkraft
an den Handgrippers von Iron Mind. Iron Mind stellt die wohl härtesten
Handgripper der Welt her.
Robert war beeindruckt, daß die stärksten Burschen
im Publikum den Gripper No. 4 kaum einen Zentimeter bewegen konnten. Kurz
darauf begann er selbst mit dem Training und stellte fest, daß er immerhin
den Gripper No. 2 ohne Vorbereitung mit Leichtigkeit schließen konnte.
An diesem Punkt entschied sich Robert dazu, sein Hanteltraining
aufzugeben. Er sah einfach keine Perspektive darin, nach weiteren Jahren
des Trainings vielleicht einmal 180 kg auf der Bank zu drücken, wenn
der Weltrekord immer noch in weiter Ferne läge. Robert wollte lieber
seine ganze Kraft auf eine Fähigkeit konzentrieren, von der er wußte,
daß er sie bis zur Weltspitze perfektionieren konnte.
Diese Entscheidung erwies sich als die richtige, denn
tatsächlich war es ihm durch Training höchster Intensität
ein paar Monate später möglich, den Gripper No. 3 vor einem Zeugen
(Hoeberl) zu schließen. Somit wurde Robert in die Liste der
Captains
of Crush aufgenommen.
Mehr
zu den Grippern finden Sie hier
Das reichte Robert natürlich nicht. Derzeitig arbeitet er
auf den Gripper No. 4 hin. Wie bereits gesagt, wurde dieser bislang nur von
einem einzigen Mann, Joe Kinney, geschlossen. Ferner vermag Robert bereits
gefüllte, geschlossene Bier- und andere Dosen zu zerquetschen, auch
wenn er zugibt, daß dies sehr schmerzhaft ist.
Um dieses hohe Stadium an Griffkraft zu erreichen, trainiert Robert
1-2 mal pro Woche, so wie es sein Erholungszustand zulässt. "Bei meinem
Kraftniveau bringt mir das reine Training mit dem Gripper nicht mehr viel",
sagt er. Stattdessen nutzt er unterschiedliche Praktiken, beispielsweise
arbeitet er mit selbstgebauten Maschinen. Eine davon ist auf der nächsten
Abbildung zu sehen.
Diese Maschine belastet Robert mit 100 kg, drückt die Handgriffe
mit beiden Händen zusammen, stellt sich zusätzlich auf die dafür
vorgesehenen Stützen und erhöht damit die Last auf über 170
kg. Dann läßt er eine Hand von den Handgriffen. Auf diese Weise
wirkt eine Last von mehr als 170 kg auf nur eine Hand. Nach 1-2 schmerzhaften
Sekunden öffnet sich die Hand und Robert hat eine Negativwiederholung
durchgeführt. Nach einer kurzen Pause beginnt Robert mit der zweiten
von zumeist 60 Negativwiederholungen pro Hand. In einer Trainingseinheit
kommt er pro Hand zu 120 positiven und 60 negativen Wiederholungen. "Das
Ganze erfordert äußerste Konzentration, Kraft und vor allem mentale
Stärke, weil das Training nur dann effektiv ist, wenn man 100 %
Intensität in jede einzelne Wiederholung legt", sagt Robert.
Mit beiden Händen hat er gerade eine positive Wiederholung
durchgeführt, es folgt eine negative mit nur einer Hand
nach oben
|