Um die Frage sofort zu beantworten: Nein, das Ziel ist es, 10
oder mehr Kilogramm mehr auf der Bank zu drücken. Der Weg kann hier
nicht das Ziel sein, aber ohne den richtigen Weg werde ich mit einem der
neuen Shirts das Ziel auch nicht erreichen.
Leider hört man auf Bankdrückwettbewerben immer noch
den Zuruf: "Nach hinten!" oder "Zum Kopf hin!". Mit diesem Ruf schicken Sie
Ihren Athleten ins Niemannsland, oder haben Sie dies etwa Ihrem Gegner zugerufen?
Trägt der Athlet ein Hemd im Schnitt des Furies oder des
Metal Benchers, so ist der Weg klar vorgegeben. Der Athlet sollte die Arme
in der Abwärtsbewegung am Oberkörper entlangführen und nicht
seitwärts ausstellen. Auf diese Weise vermeidet er unter Anderem eine
hohe Belastung im Bereich der Brustmuskulatur. Diese ist recht
verletzungsanfällig.
Die Hantel wird auf einen Punkt herabgeführt, der im Regelfall
am unteren Rand der Brustmuskulatur liegt.
Dann wird die Hantel SENKRECHT nach oben gedrückt .
Wichtig: Die Hantel wird nicht halbkreisförmig auf den Kopf
zugeführt, sie wird senkrecht aufwärts gebracht. Auf diese Weise
kann der vom Hemd erbrachte Schub bestmöglich ausgenutzt werden.
Es ist tendentiell sinnvoller, in Richtung des Bauchnabels zu
drücken, als schulterwärts.
Drückt der Athlet dennoch schulterwärts, so erfährt
er vom Hemd die geringste zu erwartende Unterstützung.
Bitten Sie Ihren Betreuer, diese Zurufe ("Nach hinten!") zu
unterlassen. Was Sie mit Ihrem Gegner machen, der Ihnen so etwas zuruft,
ist Ihre Sache...
Diese
Drückweise erfordert aber auch einen starken Trizeps. Wie bereits im
1. Teil dieser Artikelreihe erwähnt, spielt der Trizeps beim
Bankdrücken mit dem Hemd eine herausragende Rolle. Je stärker die
Hemdunterstützung im oberen Bewegungsabschnitt nachläßt,
desto mehr muß der Trizeps leisten. Von Louis Simmons konnte ich lernen,
daß daher der dem Ellenbogen nahe Trizepsanteil (im Bild links rot
gekennzeichnet) besonders gestärkt werden muß.
Dies erreichen wir mit unterschiedlichen Übungen, von denen
ich hier zwei empfehlen möchte. Es sollte pro Trainingseinheit nur je
eine dieser Übungen verwendet werden.
Die erste Übung ist eine Variante des
Kurzhantel-(Trizeps-)Drückens (Dumbbell-Extensions). Wir ergreifen zwei
Kurzhanteln und legen uns mit dem Rücken auf eine Bank oder den Boden.
Die Arme sind senkrecht nach oben gestreckt, die Handflächen weisen
aufeinander zu. Die Kurzhanteln stehen also parallel zu einander. Die
Abwärtsbewegung unterscheidet sich darin von der Auffwärtsbewegung,
daß diese mehr oder weniger zweigeteilt ist und die Aufwärtsbewegung
aus einer einzelnen, fließenden Bewegung besteht.
Abwärts: Der erste Teil der Bewegung erfolgt aus dem Ellenbogen,
die Stellung des Armes im Schultergelenk bleibt unverändert.
Währen der Oberarm somit annähernd in der Position bleibt,
senkt man die Kurzhanteln auf die Schulter zu. Berühren die Hanteln
die Schultern, werden die Ellenbogen schulterwärts bewegt, es erfolgt
eine Bewegung im Schultergelenk.
Aufwärts: Jetzt wird die Bewegungsrichtung geändert,
die Hanteln werden in einer zügigen Bewegung aufwärts gedrückt.
Es erfolgt nicht erst eine Rotation im Schultergelenk und dann eine Bewegung
im Ellenbogen. Vielmehr wird die Hantel in einer fließenden Bewegung
von Ober- und Unterarm in die Ausgangsstellung gebracht.
Sätze und Wiederholungen: Die niedrigste Wiederholungszahl
ist die 6, die Obergrenze ist die 10. Die Gesamtwiederholgszahl liegt zwischen
30 und 60, daraus ergeben sich z. B. folgende Möglichkeiten:
| Wiederholungen |
Sätze |
Gesamtwiederholungen |
6 |
9 |
54 |
8 |
4 |
32 |
8 |
7 |
56 |
10 |
4 |
40 |
Bei der zweiten Übung nutzen wir einen Kabelzug von oben.
Pushdowns oder das Trizepsdrücken am Kabelzug ist eine der beliebtesten
Übungen aber auch eine der Übungen, mit denen man zwar Muskulatur
aber wenig Kraft für das Bankdrücken gewinnen kann. Anders ist
dies bei einer Variation dieser Übung. Zusätzlich zur Masse der
Gewichtsscheiben wird ein Band genutzt. Die ideale Stärke ist hier das
Light-Band
von Jump-Stretch. Dieses Band legt man sich um den rückwärtigen
Teil des Halses (bitte NICHT einmal um den ganzen Hals legen!) und ergreift
dann die beiden freien Enden des Bandes, so wie es auf dem nächsten
Bild zu sehen ist.
Man greift in diese hinein und erfasst dann die Enden der Stange,
die am Kabel des Kabelzuges hängt. Dann führt man die gewohnte
Bewegung durch und merkt, daß das Band die Übung erschwert, je
weiter die Arme gestreckt sind.
Auf diese Weise wird der dem Ellenbogen nahe Trizepsanteil des
inneren Kopfes besonders gestärkt. Man lernt zudem, mehr Kraft aufzuwenden,
je weiter der Arm gestreckt ist.
Beide Punkte sind wichtig, um das Potential eines engen Hemdes
im Schnitt eines Furies wirklich auszuschöpfen. Denn so ein Hemd kann
eigentlich nicht zu eng sein. Das Problem ist eher der Trizeps, der zu schwach
ist.
Zum ersten Teil des Artikels
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S. + H. Korte
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