Box Squats
II
Vorteile der Boxsquats: Techniktraining
Boxsquats eignen sich ideal für das Üben perfekter
Beugentechnik, da der überwiegende Teil mit wenigen Wiederholungen und
vielen Sätzen im Schnellkrafttraining ausgeführt wird. 10-12
Sätze machen 10-12 erste Wiederholungen aus und genau das wird im Wettkampf
gefordert: Eine Wiederholung.
Daher ist es wichtig, schon bei der ersten Wiederholung in
perfekter Technik zu heben. Eine fehlerfreie Technik sorgt für etliche
Kilos im Totalergebnis, da der Athlet die Leistung aus seinen stärksten
Muskelgruppen schöpfen kann.
Das Kraftpotential von Gesäß- und Hüftmuskulatur
ist höher als das der Quadrizeps, der vorderen Oberschenkelmuskulatur.
Viele Sportler schieben bei der Beuge die Knie über den Fuß nach
vorn. Sie belasten damit nicht nur unnötig das Gelenk, sondern trainieren
auf diese Weise vornehmlich die Quadrizeps. Durch diese Akzentuierung
können Schwächen in anderen Muskelpartien entstehen.
Boxsquats stärken die rückwärtigen Oberschenkel,
die Gesäß- und Hüftmuskulatur. Sie sind eine Möglichkeit,
die Technik im breiten Stand zu trainieren und sich durch die Stärkung
der Hüftpartie evtl. schrittweise an einen breiteren Stand zu
gewöhnen. Auf diese Weise kann der Sportler seine Kraft aus den
Muskelgruppen mit dem größten Potential beziehen.
Dabei kann man grundsätzlich nicht zu breit trainieren!
Kreuzheber im Sumo-Stil zeigen im oberen Bereich selten ein Defizit. Da die
Kraft der Hüfte für Sumoheber häufig limitierend ist, ist
der unterste Punkt der kritischste. An dieser Stelle können tiefe Boxsquats
mit perfekter Technik im breiten Stand Abhilfe schaffen, da, wie gesagt,
die Hüftmuskulatur auf der Box stark belastet wird.
Der Bewegungsablauf
1. Position einnehmen
Zunächst wird das Gewicht aus dem Kniebeugenständer
gehoben, als wolle man eine freie Beuge ausführen. Dann geht man einen
kleinen Schritt rückwärts und nimmt mit so wenigen Bewegungen wie
möglich die Fußstellung für die Boxsquats ein. Diese kann
und soll variiert werden. Das bedeutet, daß im Training der Boxsquats
sowohl engere, als auch breitere Fußpositionen als bei der freien Beuge
verwendet werden können, auch innerhalb einer einzelnen
Trainingseinheit.
2. Abwärts
Der Brustkorb wird angehoben, dadurch wird der Rücken
angespannt. Durch tiefes Einsaugen der Luft wird der Bauch in den Gürtel
gepresst. Man beginnt die Abwärtsbewegung damit, daß man das
Gesäß zurückschiebt. Dabei ist das Zurückschieben der
wichtigste Aspekt, die Tiefe erreicht man automatisch. Während der Bewegung
werden die Knie auseinandergedrückt und somit schon eine Spannung für
die Aufwärtsbewegung aufgebaut.
Berührt man die Box, bleibt man für einen kleinen
Augenblick sitzen, richtet sich aber nicht wie auf einem Stuhl komplett auf.
Die Spannung bleibt in Rücken- und Bauchmuskulatur erhalten, wird aber
aus der Hüftmuskulatur gelassen.
Man bleibt für einen kurzen Moment in der Position sitzen, in der man
sich abgesetzt hat und beginnt dann mit der Aufwärtsbewegung
3. Aufwärts
Während durch das Anheben des Kopfes der Rücken
aufwärtsgewölbt wird, wird durch das erneute, explosive Anspannen
der Hüftmuskulatur die Aufwärtsbewegung eingeleitet. Auch dabei
werden die Knie auswärts geschoben. Der Kopf führt die Bewegung
an, die Kraft wird gegen die Hantelstange ausgeübt.
Völlig falsch hingegen wäre es, die
Aufwärtsbewegung damit zu beginnen, daß die Füsse gegen den
Boden gestemmt werden. In diesem Fall hebt sich zuerst das Gesäß,
nicht der Kopf. Dies sollte auf jeden Fall vermieden werden.
4. Ablegen der Hantel
Wenn die gewünschte Anzahl an Boxsquats ausgeführt
wurde, bringt man zunächst die Füsse in einen etwa schulterbreiten
Stand. Dann geht man soweit vor, bis man die Hantel zurück in den
Ständer legen kann und legt sie dort ab.
Das Gehen aus dem breiten Stand heraus muß vermieden
werden, da es zu Drehbewegungen in der Längsachse führt, die die
Wirbelsäule unnötig belasten.
Vorteile der Boxsquats: Vielfalt im Training
Die Vorteile der Variation im Training liegen auf der Hand:
Es wird eine Vielfalt erreicht, die Geist und Körper mobilisiert. Ist
das Training vielseitig, so erhöht sich durch ständig neue
Herausforderungen die Motivation. Auch der Körper erhält ständig
neue Reize und bleibt so in einem stetigen Zustand der Anpassung. Und Boxsquats
sind eine Übung, bei der ständig neue Reize geschaffen werden
können, während die Muskulatur in sehr ähnlicher Weise wie
bei Beuge und Kreuzheben belastet wird. Wie bereits erwähnt, kann man
vor allem mit der Höhe der Box und mit unterschiedlichen Schrittweiten
eine große Vielfalt schaffen. Zudem sollte man ständig bemüht
sein, die Pausen zwischen den Sätzen zu verkürzen, von 60 auf 45
Sekunden. Doch dies können nur Richtlinien sein. Beispielsweise trainierte
eine Athletin, mit deren Trainer wir korrespondieren, mit einer jeweiligen
Pause von nur 30 Sekunden.
Denn was passiert eigentlich, wenn man sich nicht steigert,
obwohl man intensiv trainiert und mit einem Programm, das bislang Ergebnisse
lieferte?
Der Körper hat sich an die Trainingsreize gewöhnt
und reagiert daher nicht mit der gewünschten Anpassung. Der Ausweg:
Eine Änderung des Programmes. Mögliche Änderungen können
die Trainingshäufigkeit, die Anzahl der Sätze und Wiederholungen,
die Art der Ausführung und die -Sie haben es erraten- verwendeten
Übungen betreffen. Und eine der wichtigsten Übung zum Erreichen
des vollen Potentials in der Kniebeuge und im Kreuzheben sind
natürlich:
Boxsquats!

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