Box Squats IV:
Manta Ray
Mark Pittroff, der Erfinder des Manta Rays, erzählte
uns, daß er erst relativ spät zum Gewichtstraining kam. Er erkannte
recht schnell die Möglichkeiten, die die Hantelkniebeuge bietet, hatte
nur das Problem, daß er vom Druck der Hantel auf seinem Rücken
immer wieder ein taubes Gefühl in seinen Armen bekam. Und das ist wohl
keine ideale Voraussetzung zum Stabilisieren einer schweren
Langhantel.
Daher fertigte er aus Polyurethan den Prototypen einer
Trainingshilfe, mit der er den Druck der Hantel auf seinem Rücken auf
eine größere Fläche verteilen konnte und der Manta Ray war
geboren.
Der Manta Ray an der Hantelstange
Zwar dauerte es einige Zeit, bis die breite Masse der
Eisensportler die Vorteile des Manta Rays für sich nutzen wollte.
Dafür wird die Masse jetzt breiter, denn Mark gab nicht auf, seine blaue
Trainingshilfe vorzustellen.
Heute wird in den U. S. A., wo Strength (Kraft) und
Conditioning schon in der Highschool gelehrt bzw. praktiziert wird, dieses
Gerät von Athleten unterschiedlichster Sportarten, wie Powerliftern,
Eishockey- oder American Football-Spielern, für das Krafttraining
genutzt.
Der Vorteil für Powerlifter liegt auf der Hand:
Mit Hilfe des Manta Rays können Kniebeugen in einer Variante trainiert
werden, bei der die Stange in einer Position liegt, die die Kniebeuge erschwert.
Nicht nur hoch im Nacken und oben auf den Schultern, wie bei der
Gewichtheberkniebeuge, sondern sogar noch oberhalb des Trapezius. Dadurch
erhöht sich der Abstand zwischen Hüfte und Hantel und zwingt den
Athleten in eine außergewöhnlich aufrechte Haltung. Die Bandscheiben
werden entlastet und die Hebelverhältnisse absichtlich verschlechtert,
um die Muskulatur des unteren Rückens extrem zu fordern.
Boxsquats mit dem M-Ray:
Die Stange liegt immer in der richtigen Position
Auf recht simple und preiswerte Art und Weise können
neue und andersartige Trainingsreize gesetzt werden, die aufgrund einer neuen
Herausforderung eine zusätzliche Motivation sind. Denn das Training
ist schließlich dazu da, extreme Belastungen zu schaffen, um die Leistungen
in den Wettkampfdiziplinen zu erhöhen.
Sobald ein neues Trainingsgerät auf den Markt
kommt, wird im Westside Barbell Club damit experimentiert. Natürlich
waren die Leute dort zunächst sehr skeptisch. Wie sollte ein Gym, in
dem 23 Männer 800Pounds (ca. 360kg) und mehr beugen, von solch einem
Stückchen Kunststoff profitieren?
Louie Simmons vom Westside Barbell Club meinte, er
wolle nicht mit so einem Plastikding auf dem Rücken erwischt werden.
Den ersten Manta Ray, den Mark ihm auf einer Ausstellung schenkte, warf Louie
sogar fort. Einen weiteren probierte er zuerst heimlich aus, nachdem alle
anderen gegangen waren. Doch die Erfolge konnten sich sehen lassen und so
ließ er mehrere Heber damit trainieren und experimentieren. Alle zeigten
hervorragende Fortschritte beim folgenden Wettkampf, beispielsweise eine
10%-Steigerung bei einem Heber, der zuvor schon 700Pounds gebeugt hatte.
Er steigerte sich von von 317,5kg auf 350kg. Daher ist der Manta Ray jetzt
ein fester Bestandteil des Boxsquat-Programmes.
Worin liegt nun aber der Vorteil der Kombination von
Boxsquats mit dem Manta Ray? Auf der einen Seite dient die Übung dazu,
die rückwärtigen Muskelgruppen zu belasten, indem man sich weit
nach hinten auf die Box setzt. Auf der anderen Seite tendieren manche Sportler
in dieser Situation dazu, sich vornüber zu lehnen. Die hohe Hantelablage
durch den Manta Ray forciert die Athleten jedoch in eine aufrechte Position.
Daher profitieren gerade diejenigen, die sich während der Beuge
vorwärts lehnen, von den Boxsquats mit dem Manta Ray.
Der Manta Ray sollte nicht am Schnellkraft-Trainingstag
genutzt werden, sondern an dem wöchentlichen Trainingstag, an dem man
sich den individuellen Schwächen in der Beuge bzw. im Kreuzheben widmet.
Gerade bei Sätzen mit mehreren Wiederholungen kann mit Hilfe des Manta
Rays hervorragend statische Kraft in den Rückenstreckern aufgebaut werden.
Die Wiederholungen liegen für diese Trainingsform zwischen 4 und 10
pro Satz.
Wir verwenden den Manta Ray seit mehr als vier Jahren
regelmäßig dann, wenn wir merken, daß der untere Rücken
oder unsere Quadrizeps hinter der Entwicklung anderer Muskelgruppen
zurückliegt.
Freie Beugen mit dem Manta Ray
Das Gerät kann natürlich auch bei der freien
Beuge verwendet werden und dort ebenfalls denjenigen Athleten helfen, die
zum Vornüberkippen tendieren. Bodybuilder und Gewichtheber profitieren
dabei von der extremen Belastung der Quadrizeps bei einer Entastung der
Zwischenwirbelscheiben (Bandscheiben).
Zudem verschenkt man durch eine starke
Vorwärtsneigung unnötigerweise Kilos auf der Hantel. Und da
gehören sie eigentlich hin!
Vorteile der Boxsquats: Unkompliziertheit
Viele Sportler, die sich anfänglich im Krafttraining
versuchen, kommen aus Sportarten, die ausdauerbetont sind. Sie wissen, wie
man sich über einen langen Zeitraum hin auspowern kann, nicht aber,
wie man seine Muskulatur in kürzester Zeit unter einer Hantel ermüden
kann. Solchen oder anderen Sportlern die Kniebeuge so zu erklären, daß
sie davon profitieren, ist nicht immer ganz einfach.
Etliche Trainingsprogramme beginnen daher zunächst
mit einem Aufbautraining, z. B. auf der Beinpresse, einer Übung, die
praktisch nichts für die Kniebeuge oder sonstige sportliche Bewegungen
bringt. Von der Beinpresse ist daher abzuraten.
Anders die Boxsquats: Durch die Unkompliziertheit der
Bewegung ist es relativ einfach, auch Unerfahrene an die Kniebeuge
heranzuführen. Man beginnt in Woche 1 zunächst mit einer Box weit
über parallel und lehrt zunächst die richtige Technik: Aufrechte
Oberkörperhaltung, Gesäß rückwärts schieben, Knie
auseinander.
Wenn der Athlet sich an die Ausführung mit guter
Technik gewöhnt hat, verringert man stufenweise die Höhe. Meistert
der Sportler Boxsquats bis zu einer Höhe/Tiefe unter der Parallelen,
kann er sich auch einmal an freien Beugen versuchen.
Das schrittweise Verringern der Boxhöhe ist
natürlich auch eine Möglichkeit, eine Überlastung zu schaffen,
indem man einen schon erfahrenen Athleten zwar jede Woche mit dem gleichen
Gewicht, jedoch auf immer geringeren Höhen trainieren
lässt.
Ende Teil 4
Viel Erfolg!


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