Training und Schulterprobleme
Im Leistungstraining können gelegentlich Schmerzen im
Schulterbereich auftreten. Daher erhalten wir immer wieder Anfragen,
wie man trotz solcher Probleme weitertrainieren kann oder wie man
solchen Schwierigkeiten vorbeugt.
Der Bereich des Schultergelenkes ist eine sehr komplexe und
anfällige Struktur, so daß ich bei anfallenden Schwierigkeiten
immer raten würde, zunächst einen kompetenten Arzt aufzusuchen.
Suchen Sie bei Schmerzen bitte einen Arzt auf!
Doch nun zur Trainingspraxis:
Die meisten Schulterprobleme entstehen im Bereich des vorderen
Deltoides in Folge einer einseitigen Bildung eines Tonus,
einer erhöhten Spannung, durch die vielen (Bank-)
Drückbewegungen. Es entsteht ein Kräftemißverhältnis
durch den stark geforderten vorderen Bereich und den im Vergleich dazu
schwächeren hinteren Bereich.
Die Lösung des Problemes ist denkbar einfach: Trainieren
Sie den vernachlässigten Teil der Schulterpartie! In den meisten
Fällen reicht es, diesen einfachen Hinweis zu befolgen.
Das Beste wäre, die hintere (Deltoid-)Partie und die
Rotatorenmanschette zu stärken, bevor solche Probleme erst auftreten.
Das Westside Barbell Programm sieht daher einige Übungen für die
Prähabilitation vor, die auch in der Rehabilitation genutzt werden
können.
Der Begriff der Rehabilitation besagt, daß Sie ein Problem
haben und dies durch geeignete Anwendungen, z. B. Übungen, bekämpfen.
Prähabilitation bedeutet, daß Sie kein Problem haben,
und ein solches auch nicht auftreten lassen wollen. Daher
nehmen Sie schon zur Vorbeugung geeignete Übungen in Ihr Programm auf.
Doch welche Übungen eignen sich zum vorsorglichen Training des Bereiches
oberer Rücken/hintere Schulter?
Empfehlenswert ist eine Kombination aus Isolationsübungen
und solchen, die nicht isolieren, sondern relativ viel Muskelmasse fordern.
Hier sind einige der im Westside Barbell-Programm zu diesem Zweck verwendeten
Übungen:
Empfehlenswert ist beispielsweise das Rudern aufrecht, High Pulls
oder das Seitheben in Vorbeuge.
Für das Training der Auswärts-Rotation...
verwenden wir auch gern Bänder,...
Expander oder...
Deuserbänder, diese haben einen aufbauenden und therapeutischen Wert.
Hier demonstriert Sakari
Selkainaho weitere Übungen zum Training der
Auswärts- und...
Einwärtsrotation.
Dies ist eine weitere Übung für das Training der
Rotatorenmanschette...
...gezeigt wird hier die Ausgangsposition.
Diese Übung wurde entwickelt, um u. a. die hinteren Köpfe
der Schultern und den oberen Rücken zu belasten. Sie setzen sich auf
den Rand einer Bank und greifen zwei Kurzhanteln. Die Bewegung beginnen Sie,
indem Sie die Schulterblätter auf und rückwärts ziehen
und gleichzeitig die Kurzhanteln, in einer ähnlichen Bewegung wie beim
Reißen (Gewichtheben), bis zu einer Position ziehen, bei der der Oberarm
parallel zum Boden, die Unterarme senkrecht und die Ellbogen im 90-Grad-Winkel
sind.
Dies ist eine Mittelposition und...
dies die Endposition. Dann wird die Bewegung umgekehrt. Diese Übung
ähnelt der Bewegung, die man unter Verwendung des Schulterhornes
ausführt.
Für eine weitere Übung benötigt man einen Ab-Strap,...
dieser wird auf das Gesicht zu gezogen...
oder über den Kopf. Gleichzeitig werden beide Enden des Ab-Straps
auseinandergezogen.
Dies ist auch mit einem Parallelgriff möglich, dieser sollte
ebenfalls zu verschiedenen Positionen gezogen werden.
Ich hoffe, daß Ihnen dies zunächst weiterhilft. Schrauben
Sie bei auftretenden Problemen einfach die schweren Drückbewegungen
bis auf ein erträgliches Krafterhaltungsmaß zurück und legen
Sie viel Wert auf die oben aufgeführten Übungen. Zu Anfang sind
dies etwa 3-6 Sätze 2-3 mal in der Woche. Dann, wenn sich der Zustand
verbessert hat, würde ich 1-2 mal pro Woche 2-3 Sätze
durchführen, um das Problem nicht wieder auftreten zu lassen.
Prähabilitation: Haben Sie bislang kein Problem, so sollten
Sie im Wechsel zumindest eine dieser Übungen 1-2 mal pro Woche in Ihr
Programm einbauen. Es ist kein großer Aufwand, am Ende eines
Oberkörpertrainings eine dieser Übungen für 2 bis 3 leichte
Sätze durchzuführen. Somit können Sie über einen langen
Zeitraum Kraft im Bankdrücken aufbauen, da die Gefahr des Auftretens
einer Verletzung deutlich vermindert ist.
Ein weiteres Plus: Haben Sie der hinteren Schulter und der oberen
Rückenpartie bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt, stehen die Chancen
gut, daß sich ein Training dieses Bereiches durch die stabilisierende
Wirkung positiv auf Ihre Bankdrückleistung auswirkt.
Dieser Rat stammt aus den gewonnenen Erfahrungen bzw. dem
Gespräch mit Fachleuten unterschiedlicher Art und hat schon einigen
Athleten sehr geholfen. Viel Glück!
Bei Fragen, Anmerkungen und zum Erfahrungsaustausch
freuen wir uns selbstverständlich über eine Kontaktaufnahme.
Viel Erfolg!
S. + H. Korte
Steinhügel 20b
58455 Witten
Tel.: 02302 424 880
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