Die unterschiedlichen Arten der Kraftausprägung stehen nicht
eng in Wechselbeziehung. Menschen, die eine ähnliche maximale statische
Kraft aufweisen, können eine sehr unterschiedliche Schnellkraft,
Explosivkraft und Reaktivkraft aufweisen. Startkraft und Explosivkraft stehen
ebenfalls nicht in enger Wechselwirkung, beide können aber unabhängig
von einander mit spezifischen Kraftübungen verbessert werden.
Zatsiorksy (1995) stellt diese Regeln auf:
1. Die bei langsamen Bewegungen gezeigten Kraftwerte weichen nicht deutlich
von denen ab, die sich bei isometrischen Spannungen zeigen.
2. Bei schnellen konzentrischen Bewegungen verringern sich die Kraftwerte,
wenn sich die Geschwindigkeit der Bewegung erhöht.
3. Es gibt keine Beziehung zwischen den Kraftwerten in extrem schnellen Bewegung
(mit wenig oder ohne Widerstand) und in maximaler isometrischer Spannung
(maximale isometrische Kraft).
Krafttraining
Kraft erhöht sich durch Adaptation innerhalb des Nervensystems
(Lernen und verbesserte Koordination) und Muskelhypertrophie. Daraus folgt,
daß, je kleiner der Anteil des Lernens und der Koordination ist, desto
größer der Anteil der Hypertrophie an der Erhöhung der Kraft
ist und desto schneller sie entwickelt wird. Und tatsächlich nutzen
die Bodybuilder solche isolierten einfachen Übungen um enorme Muskeln
wachsen zu lassen, während sie relativ (Pfund für Pfund) viel
schwächer sind als Gewichtheber, die mehr Übungen nutzen, die eine
schwierige Koordination fordern.
Beim Krafttraining sollte ein Athlet natürliche Bewgungen
nutzen - nicht die Muskelgruppen mit künstlichen,
bodybuilding-änlichen Übungen isolieren. Bei jeglicher
natürlicher Bewegung gibt es kein Isolieren, ob es sich ums Heben, Springen,
Werfen Stossen oder Ziehen handelt und es gibt auch bei sämtlichen
sportlichen Techniken kein Isolieren. Isolation ist ein Konzept des Bodybuildings
(das auf das Aussehen orientiert ist) und findet wenig oder keine Anwendung
im Krafttraining, das Bewegungen fördern soll. Nur wenn eine schnelle
Erhöhung der Muskelmasse benötigt wird, würde es Sinn machen,
Isolationsübungen zu nutzen.
Kraft erhöht sich aufgrund der Adaptation des Körpers
auf Widerstandsübungen. Die Anpassung erfolgt schneller, wenn die
Übungen für einige Zeit gleich bleiben. Daher sollte ein Athlet
ein bestimmtes Programm an Krafttrainingsübungen wählen und dies
in verschiedenen Trainingseinheiten wiederholen, dabei nur das Gewicht und
die Anzahl der Wiederholungen verändern. Die Verwendung des gleichen
Programmes wird jedoch zur Gewöhnung führen und von diesem Punkt
an können grundlegende Veränderungen der Kraft nur erreicht werden,
wenn das Arbeitsvolumen drastisch erhöht wird. Dies ist nicht immer
möglich oder wünschenswert. Auch ist das unveränderte
Ausführen der gleichen Übungen geistig ermüdend. Daher wird
empfohlen, daß das gleiche Übungsprogramm in verschiedenen
aufeinanderfolgenden Einheiten verwendet wird und man dann das Programm
ändert. Für gewöhnlich wird solch ein Wechsel einmal alle
2 bis 6 Wochen vollzogen. Das Übungsprogramm sollte nicht geändert
werden, solange es noch effektiv ist.
Allgemein kann man feststellen, daß in allen Forman des
Krafttrainings das Volumen, daß man braucht, um ein vorher bereits
erreichtes Kraftlevel zurückzugewinnen, viel geringer ist, als das,
das nötig war, um erstmals dieses Kraftniveau zu erreichen. Noch geringer
ist das Volumen, das man braucht, um ein bereits erzieltes Level an Kraft
zu erreichen.
Bei Fragen oder Anmerkungen erreichen Sie mich unter korte@k3k.de
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