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Ich war Junior in der High School, ein junger Kerl, randvoll mit
mir selbst und dem gewaltigen Wissen, von dem ich dachte, daß ich es
zu dieser Zeit hätte. Eines Tages sagte uns mein Krafttrainingscoach,
wir würden an diesem Tag anstelle des Gewichtstrainings Kastensprünge
machen. Ich fühlte mich angep...! An diesem Tag hatte ich an nichts
anderes denken können, als ein paar Gewichte zu bewegen und dann komme
ich zum Training und soll von Kästen springen! Wer hat denn jemals davon
gehört, von Kisten zu springen und dadurch in der Beuge besser zu werden?
Noch besser: Wer hat sich wohl so etwas ausgedacht? War mir völlig egal.
Zu dieser Zeit schrieb ich die Übung als dämlich und schlaff ab.
Wenn ich jetzt auf diesen Tag zurückblicke, merke ich, daß ich
etwas verschlafen habe, dem ich mehr Aufmerksamkeit hätte schenken sollen.
Unter Powerliftern gibt es einige Diskussionen und
Auseinandersetzungen darüber, ob man Plyometrics in seinem Training
verwenden sollte. Jedoch sind einge Heber schlecht über die
Vorteile dieser Trainingsform informiert, beenden die Diskussion
und machen einfach mit ihrem schweren Training weiter. Wenn Sie noch nicht
über Sprünge nachgedacht haben, sollten Sie dies vielleicht jetzt
tun.
Brent bei einer seiner gewaltigen Beugen
Um was geht es bei der Diskussion eigentlich? Nun, zum einen geht
es um die Vorteile der Plyometrics für das Powerlifting. Zum Zweiten
geht es darum, wie man plyometrisches Training in die Trainingseinheiten
einbaut. Lassen Sie uns betrachten, was Plyometrics sind und wie sich diese
vorteilhaft auf Ihre Totalergebnis auswirken können. Schließlich
geht es in diesem Sport darum.
Plyometrics ist der Ausdruck, den man nun in den Vereinigten Staaten
für etwas nutzt, das seine Wurzeln in Europa hat und dort zuerst als
"Sprungtraining" (oder
Sprungkrafttraining)
bekannt war. Plyometrics wurden schnell bekannt als Übungen und
Manöver, die Kraft mit Bewegungsgeschwindigkeit verbinden und so die
Schnellkraft verbessern. Plyometrics sind nicht nur Sprungübungen. Es
gibt andere Übungen mit Medizinbällen und sogar mit Widerständen,
die ein Partner ausübt. Die meisten dieser Übungen sind für
die Bauchmuskulatur/Körpermitte oder den Oberkörper gedacht.
Plyometrics werden als Übungen definiert, die es der Muskulatur
erlauben, in kürzester Zeit die maximale Spannung zu erzielen. Die
Fähigkeit, einen Widerstand in einer Zeiteinheit zu überwinden,
ist als Schnellkraft bekannt. Wenn Ihnen der Unterschied der beiden Begriffe
Schnellkraft und Kraft nicht ganz klar erscheint, dann denken Sie an das
Folgende: Zwei Bankdrücker mit einer Maximalleistung von 180 kg sind
gleich stark. Derjenige Bankdrücker, der die 180 kg schneller drückt,
hat mehr Schnellkraft. Je schneller man einen Widerstand überwindet,
desto mehr Schnellkraft hat man. Je mehr Schnellkraft man hat, desto
größer ist das Totalergebnis!
Es mag sein, daß Sie jetzt über etwas nachdenken,
über das ich jahrelang gegrübelt habe, bis ich es endlich herausfand.
Wie wichtig ist Schnellkraft für das Powerlifting? Im Powerlifting
zählt nur, ob ein Gewicht gehoben wurde oder nicht. Wie schnell es gehoben
wurde, ist egal. Dies stimmt nur zum Teil. Ich habe mich für eine andere
Betrachtungsweise entschieden: Ein Heber, der den ersten oder zweiten Versuch
mit größerer Schnellkraft geschafft hat, wird wahrscheinlich eher
einen dritten, schwereren Versuch schaffen als ein Heber, der diese Lasten
bei seinen beiden Versuchen herausquetschen mußte. Warum? Weil der
zweite Heber seine ganze Energie schon bei den ersten beiden Versuchen aufwenden
mußte. Der erste Heber konnte die Versuche mit weniger Stress vollenden
und hat daher bei einem dritten Versuch mehr Kraft und Schnellkraft als sein
Gegner. Dieses Szenarium könnte sogar schon bei einem zweiten Versuch
stattfinden. Wenn man diesen Gedankenfaden auf die Beuge, das Bankdrücken
und das Kreuzheben überträgt, könnte man sich einen Vorteil
von 6 Versuchen vorstellen. Und was noch? Ein Heber mit größerer
Schnellkraft schafft es eher, einen Versuch zu retten, der wegen eines
technischen Fehlers zu misslingen droht, als ein Heber mit geringerer
Schnellkraft. Zwar mag es keine Untersuchungen geben, die dies stützen,
ich glaube jedoch, daß ein Heber mit mehr Schnellkraft sich schneller
dem Lockout nähert und deshalb eher einen Fehler korrigieren kann, bevor
der Versuch scheitert. Ein Heber mit geringerer Schnellkraft muss Fehler
eher in der Mitte des Bewegungsablaufes korrigieren, als zum Schluss hin.
Tja, dies hört sich alles gut an, wenn es nur dem Powerlifter
hilft, stärker zu werden. Tatsächlich kann es das, mein Freund.
Meiner Meinung nach kann man von Plyometrics am Meisten für die Beuge,
dann für das Kreuzheben und wahrscheinlich am wenigsten für das
Bankdrücken profitieren. Diese Aussage kann natürlich angefochten
werden, ich veranschauliche dies jedoch später noch.
Stellen Sie sich das folgende Experiment vor oder lassen Sie sich
tatsächlich von einem Trainingspartner dabei helfen um zu sehen, wie
Plyometrics wirken. Nehmen Sie zunächst ein Box und setzen Sie sich
darauf. Wenn Ihr Trainingspartner "Los" sagt, stehen Sie so schnell auf,
wie möglich. Stehen Sie gerade auf und lassen Sie Ihren Trainingspartner
die Zeit nehmen. Dann wiederholen Sie das Experiment. Nur beginnen Sie
zunächst stehend, gehen herab, berühren die Box und explodieren
dann aufwärts so schnell wie möglich. Ihr Trainingspartner startet
die Uhr von dem Moment an, in dem Sie die Box berühren. Die Zeit stoppt,
wenn Sie wieder aufrecht stehen. Was werden Sie wohl feststellen? Nein, nicht
daß Ihr Hinterteil brennt! Sie sind schneller und explosiver, wenn
Sie erst eine Abwärtsbewegung haben, die Dehnung! Die Dehnung bedingt,
daß Ihre Muskeln stärker und schneller reagieren als sie es nach
einfachem Dasitzen machen würden. Versuchen Sie unterschiedliche
Boxhöhen und beobachten Sie die Zeiten, die Sie bekommen.
Fahren Sie mit dem Experiment fort, jetzt mit wirklich guten Helfern.
Beladen Sie eine Hantel mit 40% Ihrer Beugenbestleistung und machen das
Experiment noch einmal, diesmal mt einer beladenen Hantel. Für einen
500 Pound Beuger stellt sich die Frage, ob er schneller aufsteht, wenn er
mit 200 Pounds auf der Box sitzt oder sich erst herabbewegt, die Box
berührt und dann heraufschießt. Versuchen Sie es selbst und sehen
Sie, was passiert. Je schneller ein Muskel gedehnt oder gestreckt wird, desto
größer ist die konzentrische Kraft nach der Dehnung. (Hier eine
Warnung: Das heißt nicht, daß Sie stärker werden, wenn Sie
in der Beuge so schnell wie möglich herabgehen. Es ist zwar wahr, daß
Sie eine kraftvollere Muskelkontraktion und -reaktion erhalten als beim
langsameren Herabgehen ABER eine schnelle Abwärtsphase bedeutet auch,
daß das Gewicht, das Sie zu heben versuchen, schneller und somit "schwerer"
[oder zumindest schwerer zu bremsen und zu heben] wird. Der Trick ist, die
richtige Balance zu finden.)
Dies bringt uns zu den nächsten Ausdrücken, die Sie
kennen sollten: Exzentrisch und konzentrisch. Exzentrische Kontraktionen
werden während der Abwärtsbewegung durchgeführt, konzentrische
bei der Aufwärtsbewegung. Eine andere Betrachtungsweise ist dies:
Exzentrisch ist der Muskel unter Spannung, wenn er gedehnt wird, konzentrisch
ist der Muskel unter Spannung, wenn er sich verkürzt. Während der
exzentrischen Phase wird im Muskel Energie gespeichert, die während
der konzentrischen Kontraktion zum Teil freigesetzt wird. Der Wechsel vom
Negativen ins Positive (exzentrisch zu konzentrisch) wird als die
Amortisationsphase bezeichnet.
Eine grundsätzliche Beschreibung der Amortisationsphase besagt,
daß, je schneller man den "Gang" (vom Rückwärtsgang in den
Vorwärtsgang) von exzentrischer zu konzentrischer Kontraktion wechseln
kann, desto stärker ist die von Ihren Muskeln ausgelöste Kontraktion.
Die Pause beim Bankdrücken verlängert die Amortisationsphase und
macht es daher schwieriger, eine stärkere Muskelkontraktion
auszulösen. Bei der Beuge ist dies völlig anders und das Kreuzheben
liegt zwischen diesen beiden Übungen. Haben schon einmal einen Kreuzheber
gesehen, der sich in die Bewegung fallen läßt und dann sofort
aufwärtszieht? Jetzt wissen Sie, warum er das macht. Das Fallen erzeugt
eine Amortisationsphase und härtere Muskelkontraktion und hoffentlich
mehr Schnellkraft um mit dem Gewicht nach oben zu gelangen. Ein Kreuzheber,
der die Bewegung aus zusammengekauerter Haltung beginnt, beraubt sich der
Amortisationsphase. Es gibt keinen Wechsel vom Herab- ins Aufwärtsgehen,
da es nur eine Aufwärtsbewegung gibt. Machen Sie das so?
Wie können Plyos beim Powerlifting helfen? Zuerst einmal
werden sie Ihre allgemeine körperliche Konstitution verbessern. Wenn
Sie dazu nicht Louie Simmons Meinung kennen, lernen Sie dazu, es lohnt sich!
Zweitens, um diese korrekt zu machen, benötigen Sie etwas
Flexibilität. Dies bedeutet für Einige von Ihnen, daß Sie
sich etwas dehnen sollten. Dehnen ist gut, glauben Sie mir!
Drittens kann es für einige Heber ein großartiges
Aufwärmen für schweres Training sein.
Viertens wird es Ihr Gehirn und Ihre Muskeln trainieren, einen
Widerstand schneller zu überwinden und Ihnen so mehr Schnellkraft verleihen.
Wie integrieren Sie Plyometrics in Ihr Tainingspogramm? Im
nächsten Teil werde ich Ihnen einige Übungen geben,
Möglichkeiten, diesen Sachverhalt zu untersuchen und einige Ideen, wie
Sie dieses Training in das derzeitige Programm einbauen können.
Brent Mikesell
zum 2. Teil
e-mail
S. + H. Korte
Steinhügel 20b
58455
Witten
Tel.: 02302 424 880
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