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In einer der letzten Ausgaben
des Kraft3Kämpfers haben wir einen Artikel zum Kreuzhebetraining
im Westside-Stil veröffentlicht. Aus diesem Artikel (auch hier zu lesen) geht das Konzept hervor, die
Wettkampfübung kaum zu trainieren, jedoch in Zyklen
unterschiedlicher Länge eine der Wettkampfübung sehr
ähnliche Übung sehr schwer zu trainieren und dies mit einem
Schnellkrafttraining zu paaren. Dieses Westside-Konzept wird seit
Jahren vermittelt und langsam stellen sich auch bei immer mehr Athleten
dadurch Erfolge ein. Nicht nur im Kreuzheben ist dies der Fall, sondern
natürlich auch im Bankdrücken und in der Beuge.
Eine wichtige Voraussetzung,
um mit dieser Form des Trainings erfolgreich zu sein, ist die
Bereitschaft zu experimentieren. Die eigene Technik muß zwar
perfektioniert aber auch ständig hinterfragt werden. Beim
Bankdrücken kann der Gegenstand der Untersuchung die Griffbreite
sein, beim Kreuzheben wäre es unter Anderem die Weite der
Fußstellung.
Die Füße
können vorwärts oder auswärts gerichtet werden, die
Füße bzw. Hacken können sich berühren, wie es z.
B. bei Vince Anello der Fall war. Die Füße können
allerding auch fast die Scheiben berühren.
Dazwischen gibt es eine Vielzahl von
Möglichkeiten, die Füße zu plazieren,
Möglichkeiten, die man definitiv ständig ausprobieren sollte.
Denn nur so findet man die Stellung, in der man momentan die
größte Kraft entfalten kann. Das Schlüsselwort hier ist
"momentan": Das Training sollte als ein Prozeß betrachtet und
begriffen werden, bei dem der Organismus dem Training folgt. Da dies
unterschiedliche Faktoren beinhaltet, muß auch das Ergebnis
kontrolliert werden.
Fragen Sie sich bitte, ob Sie
im konventionellen oder Sumo-Stil ziehen, weil
A: Der 17fache Weltmeister so hebt
B: Sie das so gelernt haben
C: der stärkste Heber im Verein
glaubt, daß dies das Beste sei
D: Sie das schon immer so gemacht haben
E: eine Vertauensperson meint, daß
dies gesünder sei
F: momentan so die beste Leistung
möglich ist.
Für welche Antwort
entscheiden Sie sich? Im oben erwähnten Artikel bemerke ich,
daß beim Kreuzhebetraining nach Westside-Art häufig in dem
Stil gezogen wird, der nicht im Wettkampf genutzt wird d. h.
konventionelle Heber ziehen im Sumostil und umgekehrt. Auf diese Weise
kann ein Heber dadurch profitieren, daß er etwas trainiert, das
er nicht gut beherrscht.
Für Ihren Erfolg sollten Sie
vermessen sein
Die Leistung ist aber nicht
nur vom Training abhängig, sondern auch davon, wie gut einzelne
Muskelgruppen auf das Training reagieren und wie die
Hebelverhältnisse des Hebers sind. In diesem Zusammenhang
möchte ich eine Untersuchung von Tom de Long erwähnen, die in
der Pure Power-Ausgabe 5/1 erläutert wird. In mehreren Schritten
wird ermittelt, mit welchem Stil Sie wahrscheinlich den
größten Erfolg haben.
1. Mit dem Rücken zur Wand messen Sie
die Distanz zwischen Fußboden und der Oberseite Ihrer Schulter
und erhalten Wert A (Beinlänge + Torso)
2. Der Arm hängt gerade herab, die
Hand ist zur Faust geballt. Sie ermitteln den Wert B (Armlänge),
in dem Sie von der Oberseite der Schulter bis zur Mitte der Faust
messen
3. Um die Länge des Torsos (Wert C)
herauszufinden, heben Sie das Bein (hier ist kein Witz beabsichtigt).
Sie stellen so fest, in welcher Höhe das Bein im Becken rotiert
und messen von der Oberseite Ihrer Schulter bis zu diesem Punkt
4. Die Beinlänge (D) wird ermittelt,
in dem von Wert A (Beinlänge + Torso) der Wert C (Torso)
subtrahiert wird
Dann werden die folgenden
Werte berechnet: Die Länge des Torsos (C) wird durch die
Armlänge (B) geteilt und man erhält den Wert X.
Die Länge des Torsos (C)
wird durch die Beinlänge (D) geteilt und man erhält den Wert
Y.
Ein Beispiel: Ist die
Torsolänge 50 Zentimeter und die Armlänge 65 cm, so
erhält man den Wert X = 0,77. Das bedeutet, daß der Torso
77% der Armlänge ausmacht.
Wert Y erhält man durch
die Division der Torsolänge (50 cm) durch die Beinlänge (98
cm), in diesem Beispiel ist das Verhältnis 0,51.
Ist der Wert X kleiner als
0,82 und der Wert Y weniger als 0,55, so ist wahrscheinlich der
konventionelle Stil für Sie der richtige.
Sind Ihre Werte
größer als 0,82 und 0,55, so sollten Sie den Sumostil
versuchen. Diese Werte sind Indikatioren dafür, wie stark Sie bei
der einen oder anderen Fußstellung in Vorbeuge wären und
somit unterschiedlich viel Kraft aus dem unteren Rücken, den
Beinrückseiten und Quadrizeps beziehen.
Zumindest aber sollte diese
Überlegung dazu beitragen, daß Sie darüber nachdenken,
ob Sie weiterhin im Sumostil ziehen sollten, nur weil es Ihnen
einleuchtet, daß der Weg der Kürzere ist. Nicht nur beim
Bankdrücken und Bergsteigen ist der kürzere Weg manchmal der
härtere.
Bei Fragen oder Anmerkungen erreichen Sie
mich unter korte@k3k.de
e-mail
S. + H. Korte
Recklinghäuser Str. 119
45721 Haltern
Tel.: 02364 94 90 211
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