Nachdem sich Stefan Becker von der fit for fun im letzen Jahr
(fit for fun 6/2002) mit dem Krafttraining und der Fettverbrennung
auseinandergesetzt hat, haben wir in diesem Jahr ein paar Ratschläge
für ein Krafttraining zusammengestellt. Ich hoffe, hier noch ein paar
Zusatzinfos zum Kraftplan auf der Seite 93 (fit for fun 7/2003) geben zu
können.
Umdenken:
Dies ist das Wichtigste. Beim Krafttraining wird nicht gepumpt, sondern gehoben.
Denn dies ist das Ziel: Bei einem Test nach 8 oder 12 Wochen soll
sich die Leistung in den Kernübungen erhöht haben. Dies erfordert
etwas Geduld, die Erfolge können sich aber sehen lassen. Und sie lassen
sich dazu auch SEHEN.
Bei den meisten Muskelaufbau- und Fitnessprogrammen geht es darum,
Sätze bis zur annähernden muskulären Erschöpfung
durchzuführen und dann in den nächsten Einheiten sukzessive die
Wiederholungs- oder Satzzahl zu steigern. Dann wird das Gewicht erhöht
und die Wiederholungszahlen werden heruntergeschraubt.
Diesen Prozess bzw. bei dieser Form der Trainingsplanung spricht
man von Progressive Overload.
Hauptsächlich arbeitet man dabei mit realtiv hohen
Wiederholungszahlen (8-12-15) und erzielt damt eine Erhöhung des
Muskelvolumens.
Das Muskelwachstum wird also angeregt, jedoch besteht dieses Wachstum
weniger aus einer Zunahme der Muskelproteine, die für die Kontraktion
nötig sind.
Ein Krafttraining, wie es im angesprochenen Plan in der fit for
fun aufgeführt ist, erhöht die Körperkraft und langfristig
auch das Muskelprotein. Es findet also ebenfalls ein Muskelzuwachs statt
und dieser Zuwachs ist sehr beständig.
Man muß nicht schwer sein, um stark sein zu können: Sandra Korte,
56 kg beim Kreuzheben mit ca. 180 kg
Der größte Unterschied liegt wohl darin, daß
die Wiederholungen der Kernübungen (in diesem Fall Bankdrücken
und Kniebeugen) nicht bis zur annähernden muskulären Erschöpfung
ausgeführt werden. Obwohl man mit einem Gewicht 8 oder 10 Wiederholungen
ausführen könnte, werden in mehreren Sätzen nur 4 oder 5
Wiederholungen trainiert. Auf diese Weise kann man jede einzelne Wiederholung
mit der größtmöglichen Kraftentfaltung nutzen. Wichtig dabei
ist, daß die Lasten optimal beschleunigt werden.
Zu diesem Thema und zum Samstagstraining
finden Sie hier
und hier ein paar weitere Angaben.
Anschließend werden dann mit einigen Spezial- und
Hilfsübungen die einzelnen Muskelgruppen in einer ähnlichen Art
und Weise trainiert, wie Sie es aus einigen Fitnessprogrammen kennen
könnten. Dabei sollte man vor allem darauf achten, Übungen zu
wählen, die die Leistungen in den Kernübungen vorantreiben
Für das Bankdrücken bedeutet dies vor Allem das
Trizepstraining. Wählen Sie für das Training nach dem Bankdrücken
eine Übung, bei der Sie den Trizeps mit schweren Gewichten attackieren
können. Dieser Übung folgt die Belastung der Schultern, des oberen
Rückens und des Latissimus.
Für die Kniebeuge bedeutet dies das Training des unteren
Rücken und der Bauchmuskulatur.
Aufwärmen: Führen Sie bitte keine oder so wenig
Dehnübungen wie nötig durch. Extremes Dehnen vermindert Ihre
Fähigkeit, kraftvoll zu heben.
Beginnen Sie das Krafttraining nach einem Aufwärmprogramm.
Steigen Sie nicht aus dem Auto und gehen direkt an die Hantel. Parken Sie
lieber ein paar Blocks entfernt und gehen zum Kraftraum, um schon einmal
den Kreislauf anzuregen. Besser wäre es, wenn Sie mit dem Fahrrad zur
Hantel fahren, ohne sich dabei zu verausgaben.
Als nächstes folgt nach diesem unspezifischen Aufwärmen
das spezifische Aufwärmen, Sie gehen an die Hantel und führen einige
Sätze mit leichten Gewichten durch, ohne sich dabei zu verausgaben.
Mit den schweren Gewichten beginnen Sie erst, wenn Sie sich mit dem
Bewegungsablauf vertraut gemacht haben.
Legen Sie Ihre Energie in jede einzelne Wiederholung, ob Sie die
Beuge oder das Bankdrücken trainieren. Dann erst sollten Sie sich den
Hilfsübungen widen. Zum Schluß können Sie ein paar
Dehnübungen anwenden oder, dies wäre viel besser, Sie dehnen sich
an krafttrainingsfreien Tagen.
Wenn Sie an diesem Programm Gefallen finden, Sie einige Zeit so
trainiert haben und sich Ihre Kraft deutlich vergößert hat,
können Sie beginnen, die Methode der maximaler
Krafteinsätze zu nutzen, bei der schwerste Gewichte bewältigt
werden. Doch dies ist etwas komplexer und soll in diesem Zusammenhang nicht
besprochen werden.
Zuerst wünsche ich Ihnen einmal viel Erfolg mit dem Plan!
Fragen können jederzeit Sie gern an mich richten:
e-mail
S. + H. Korte
Steinhügel 20b
58455
Witten
Tel.: 02302 424 880
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